Presseberichte

Arztehepaar eröffnet Praxis im Krankenhaus

Kommunales MVZ für Willen „richtiger Weg“
Um die Hausarztversorgung zu verbessern, sind nach Auffassung von Bürgermeister Willen erhebliche finanzielle Anstrengungen der Stadt nötig.

von Willi Siemer


Über einen ersten, kleinen Erfolg bei den seit Monaten betriebenen Bemühungen, die Hausarztsituation in Löningen zu verbessern, freut sich Bürgermeister Marcus Willen. Nach vielen Gesprächen mit Medizinern sei es gelungen, ein Arztehepaar, das schon einmal in Löningen tätig war, wieder in die Stadt zurückzuholen, erläuterte Willen im MT-Gespräch.

Ab Anfang Januar eröffnen die beiden Hausärzte eine Halbtagespraxis als Mieter von Räumen der ehemaligen Gynäkologie in der Anna-Klinik. Nach den bisherigen Gesprächen soll sie an drei Nachmittagen und zwei Vormittagen besetzt sein.

Dies könne nur ein erster kleiner Schritt sein, die ärztliche Situation in Löningen sich nicht weiter verschlechtern zu lassen, sondern neue Kapazitäten aufzubauen, so Willen. Er dankte den Verantwortlichen des Krankenhauses für die bisherige Unterstützung und Begleitung in diesem für die Bürger so zentralen Bereich.

Auch im neuen Jahr sei dies ein wichtiges Aufgabenfeld für die Bürgermeister des Südkreises, die sich in der „Gesundheitsregion Altes Amt Löningen“ zusammengeschlossen hätten und dabei auch auf Expertinnenrat von außen zurückgreifen könnten.

Da alle Anstrengungen bisher von keinen oder nur geringen Fortschritten gekennzeichnet gewesen seien, hatte Willen in der Haushaltssitzung des Stadtrates zu neuen Wegen und deutlich stärkeren finanziellen Anstrengungen aufgerufen. Stand er bisher allerdings einem von der Stadt betriebenem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) eher skeptisch gegenüber, so bezeichnete er in der Sitzung ein MVZ in kommunaler Trägerschaft als „richtigen Weg“.

Er verwies auf die Initiative der Stadt Werlte, die das bisher einzige MVZ dieses Art gegründet hatte, ohne allerdings bisher weitere Mediziner gewinnen zu können: „Auch Löningen wird in absehbarer Zeit mit einer vergleichbaren Frage konfrontiert und dann wird es spannend sein, zu sehen, ob Löningen denselben Weitblick aufbringt wie die Nachbarkommune“.

Dieses stärkere finanzielle Engagement forderte Willen auch beim Einrichten von Zweigpraxen und beim Umbau von normalen Hausarztpraxen zu kooperativen Formen, in denen vor allem jungen Medizinerinnen die Möglichkeit zum Arbeiten als normale Angestellte außerhalb der zeitlichen und administrativen Verpflichtungen einer Hausarztpraxis gegeben werde.

Der Hausarztmangel auf dem Land und Wege, ihn zu bekämpfen, sei auch Thema seines Gesprächs mit Ministerpräsident Stephan Weil bei dessen Löninger Besuch gewesen, so Willen. So sprach er sich für die sogenannte „Landarztquote“ aus, die es in anderen Bundesländern schon gebe. Bei allem Verständnis für die Schwierigkeit, sich zu Beginn der rund zehnjährigen medizinischen Ausbildung schon festlegen zu müssen, sei dies ein Beitrag, die falschen Reize, die der „1,0-Nummerus Clausus“ fürs Medizin-Studium biete, zumindest ein wenig abzumildern.


zu den Bildern:
Fotos: Münsterländische Tageszeitung vom 02.01.2020.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 02.01.2020.