Presseberichte

Erfinder reist durch die Musikgeschichte

„Die Zeitmaschine“ kommt als Musical nach Löningen / Stage Akademie bringt Amateure und Profis zusammen

Elois und Morlocks tauchen in dem Abend füllenden Musical nicht auf. Dafür biete die Geschichte viel Musik und herzergreifende Szenen, sagt Akademieleiter Sobota.

von Georg Meyer


Nein, ins Jahr 802 701 muss George Taylor nicht reisen. Anders als in dem Oscar-prämierten Kinoklassiker „Die Zeitmaschine“ bleibt die Musical-Adaption der Stage Akademie Oldenburg vor allem dem 20. Jahrhundert treu. Das hat musikalisch auch genug zu bieten, wie die Aufführung am kommenden Samstag beweisen wird.

Die Premiere ist bereits geglückt, das Publikum in der Weser-Ems-Halle sei begeistert gewesen, berichtet Akademie-Leiter Markus Sobota. Im Forum Hasetal soll es nicht anders sein. Allerdings lief der Vorverkauf bislang unerwartet schleppend. „Dabei müssten uns die Löninger eigentlich noch von unserer Schattenland-Aufführung vor zwei Jahren kennen“, sagt Sobota. Die war wiederum ein großer Erfolg. Der Aufwand, den Sobota und sein Team diesmal getrieben haben, steht der Disney-Hommage allerdings in nichts nach. Rund 80 Akteure werden am Samstag, dem 25.01.2020, gemeinsam auf der Bühne stehen. Sie sind zwischen 14 und 64 Jahre alt und lassen sich in Oldenburg zu Musical-Darstellern ausbilden. Neben den Amateuren werden wieder einige Profis mitwirken. „Das ist ein guter Mix“, findet Sobota, der das Drehbuch verfasst hat.

Mit seinem 1895 erschienenen Klassiker „Die Zeitmaschine“ hatte der englische Schriftsteller H.G. Wells die erste literarische Beschreibung einer Zeitreise in die Zukunft vorgelegt. Das Buch wurde mehrfach verfilmt - meist mit zahlreichen Abweichungen vom Original. Auch Markus Sobota lässt den (eigentlich namenlosen) Erfinder nach dem Tod seiner Frau durch die Zeit rasen. In welchem Jahrzehnt er sich gerade befindet, erkennen die Zuschauer schnell am Sound der jeweiligen Dekade. Das stimmgewaltige Ensemble gibt Ohrwürmer aus den vergangenen hundert Jahren zum Besten. Es wird gesteppt und getanzt. Sogar der ESC-Sieger-Song „Rise like a Phoenix“ der bärtigen Conchita Wurst ist zu hören.

Abheben kann die Zeitmaschine auf der Bühne freilich nicht. Das dem Filmoriginal wie ein Zwilling gleichende Requisitist der besondere Hingucker. Ein Künstler hat es im Auftrag der Akademie in monatelanger Arbeit nachgebaut. Weder der riesige Uhrzeiger noch der Plüschsessel fehlen.

Vor zwei Jahren hatte Sobota mit den Vorbereitungen begonnen. Mit dem Ergebnis ist er sehr zufrieden. Nach Löningen wird die Augührung in der Kulturetage Oldenburg sowie in Delmenhorst und Jever zu sehen sein. Ein Großteil der Einnahmen soll gespendet werden. Das gilt auch für den Abend im Forum (Beginn 19.30 Uhr). Tickets sind unter www.nordwest-ticket.de oder in der Touristinformation in der Langenstraße 38 zu bekommen.


NACHGEFRAGT
… bei Markus Sobota, Leiter der „Stage Akademie“

„Sie blinkt und dampft“


Sie haben die Premiere hinter sich. Wie war es?
Wir haben fantastische Kritiken bekommen. Die Resonanz auf unsere Tournee ist groß. Löningen ist ja der erste Spielort nach dem Auftakt in Oldenburg. Wir hoffen natürlich auf viele Gäste.

Was erwartet die Besucher denn?
Eine bunte und unterhaltsame Zeitreise, die aber zugleich auch sehr ergreift. Die Romanvorlage endet ja eher finster. Bei uns werden die Zuschauer zum Schluss komplett überrascht. Dazu gibt es viel Musik aus den vergangenen hundert Jahren.

Lässt sich aus jedem Roman ein Musical machen?
Im Prinzip schon. Aber nicht jedes Buch eignet sich so gut für ein Musical wie die Zeitmaschine. Unser Hauptdarsteller reist ja durch die Jahrzehnte, erlebt die Veränderungen und verändert sich selbst auch. Das ist spannend und abwechslungsreich.

Und die Zeitmaschine aus dem bekannten 60er-Jahre-Kinofilm ist auch dabei?
Ein Künstler hat sie für uns anhand von Fotos originalgetreu nachgebaut. Das ist ihm hervorragend gelungen. Und natürlich blinkt und dampft sie genauso wie im Film.


zum Bild:
Genialer Erfinder: George Taylor (Andy Behme) hat eine Zeitmaschine konstruiert. Foto: Stage Akademie.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 18.01.2020