Presseberichte

Erfolgreicher Kraftakt von Stadt und Caritas

Rat beschließt einstimmig vierte Regelgruppe im Elisabeth Kindergarten / Sieben Hektar Industriegebiet verkauft

von Willi Siemer


Eine erfreuliche Botschaft in der Sitzung des Löninger Stadtrates verkündete Bürgermeister Marcus Willen, als er über die Beschlüsse aus der nicht öffentlichen Sitzung berichtete: Die Stadt hat eine sieben Hektar große Fläche im neuen Industriegebiet an der Hamstruper Straße an ein Löninger Unternehmen verkauft.

Zuvor hatte der Rat einstimmig die notwendigen Baumaßnahmen für das kurzfristige Schaffen einer vierten Regelgruppe im Elisabeth-Kindergarten an der Bunner Straße beschlossen. Aktuell fehlen 25 Plätze in der Stadtgemeinde, um allen Drei- bis Sechsjährigen den ihnen zustehenden Betreuungsplatz bieten zu können. „Das war ein richtiger Kraftakt, der nicht so im Vorbeigehen möglich gewesen ist“, betonte der Geschäftsführer des Caritas Sozialwerks St. Elisabeth, Heribert Mählmann, der gemeinsam mit Klaus Karnbrock der Verantwortliche des Trägers der Einrichtung ist. Gemeinsam mit Bürgermeister Willen lobte er auf einem Ortstermin die gute Kooperation zwischen Stadt und Caritas, die eine so schnelle Lösung ermögliche. Größtes Hindernis sei das – mittlerweile gelöste – Personalproblem gewesen. Die für die neue Gruppe notwendigen Erzieherinnen seien der limitierende Faktor, so Willen.

Über alle denkbaren Kanäle, einschließlich Arbeitsagentur, Facebook und Instagram, habe man gezielt mehr als 10000 Profile erreicht, um dann vier in die engere Auswahl nehmen zu können. Mit ähnlich großem Aufwand verbunden seien die rechtlichen Auflagen des Kultusministeriums als Genehmigungsbehörde, die es zu erfüllen gelte. Nach den Erläuterungen des Bürgermeisters in der Ratssitzung kann der derzeitige Bewegungsraum in einen Gruppenraum verwandelt werden. Den Platz zum Spielen und Toben liefern stattdessen zwei Container, die die Stadt von einer Tischlerei schnell und unbürokratisch erwerben kann. Dieser Kauf amortisiere sich rasch, daher habe man sich gegen ein Mietmodell entschieden, so Willen.

Für diese Gruppe entstehen einschließlich der Container-Käufe Gesamtkosten von rund 142000 Euro, die über einen Nachtragsetat finanziert werden müssen. Das Projekt soll so schnell wie möglich verwirklicht werden, so Willen. Alle Beteiligten hoffen, dass die vierte Gruppe zum 1. Oktober genutzt werden kann. Für die aktuellen Probleme trotz des von 400 auf über 600 Kita-Plätze in den vergangenen Jahren ausgebauten Betreuungsangebots gibt es nach Angaben des Bürgermeisters zwei Gründe. Zum einen verlassen in diesem Sommer rund 30 Kinder weniger als sonst üblich die Kindergärten. Hinzu komme der nicht planbare Zuzug von Familien. Seit dem Anmeldeschluss sind es nach Angaben von Fachbereichsleiter Ulrich Keil 15 Drei- bis Sechsjährige.

Nach den bisherigen Berechnungen gehen alle Beteiligten davon aus, dass sich 2022 die Situation normalisieren werde. Das bedeutet vor allem, dass die Bunner Kinder, die nach den Ferien in einer Gruppe die Einrichtung an der Bunner Straße besuchen, und die Benstruper Mädchen und Jungen, die ab dem Sommer gemeinsam den Marien-Kindergarten als nächstgelegene Einrichtung besuchen, nächstes Jahr wahrscheinlich an ihren Ort zurückkehren können: Es sei immer vorrangiges Ziel – neben einem Platz für alle – gewesen, Kita-Tourismus zu vermeiden, so der Bürgermeister.

Die Einwohnerfragestunde nutzte Maria Münzebrock, um im Namen der Anwohner aus dem Bereich der Linderner Straße gegen das Vorgehen von Rat und Verwaltung bei den Planungen für einen neuen Busbahnhof zwischen Schwimmhalle und Realschule zu protestieren. In keiner Phase seien die Anwohner bisher eingebunden worden. Die Stadt hat darauf bereits reagiert und die Anwohner zu einer Info-Veranstaltung eingeladen. Es sei noch nichts entschieden, sondern erst einmal beraten worden, so Willen. Die geplante Verkehrsführung mit einem Kreisverkehr lasse zudem eine deutliche Verkehrsberuhigung in diesem Bereich erwarten.


zum Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 09.07.2021.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 09.07.2021.