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Elternsprecher beklagen zu volle Busse

Kreisverwaltung verweist auf 14„Verstärkerbusse“ in elf Linien und stichprobenweise Maskenkontrollen

Angesichts des „Hot-spots Löningen“ fordern die Elternräte von Hauptschule und Ludgeri- Realschule den Einsatz zusätzlicher Busse. Die Realschulrektorin mahnt mehr Maskenkontrollen an

Von Willi Siemer

 

Löningen/Wachtum. Überfüllte Schulbusse, in denen die Schüler „Stoff an Stoff“ stünden, Beklagen Ralf Schütte, der Schulelternratsvorsitzende der Gutenbergschule gemeinsam mit Manuela Ehmen aus Wachtum und Dirk Anneken als Vorsitzender des Schulelternrats der St.-Ludgeri -Realschule.

Beide betonen, dass dies ein wichtiges Thema auf allen Elternversammlungen sei und immer wieder die aus Sicht der Mütter und Väter und auch der Kinder zwar nicht durchgehenden, aber in einzelnen Linien unhaltbaren Zustände beklagt werden. So einen Fall sehen Schütte und Ehmen in der Beförderung der Kinder ab Wachtum um 7.17 Uhr zu den weiterführenden Schulen nach Löningen. Der Kreis als Schulträger handele hier angesichts des aktuellen Hotspots in Löningen grob fahrlässig, kritisiert Schütte.

Anneken sieht nach den Beschwerden der Eltern die „desolateste Situation“ auf der Buslinie, die Kinder aus dem angrenzenden Emsland nach Löningen zur Realschule bringt. Auf dem Weg von Holte Richtung Löningen sei der Bus in Vinnen vor dem Einstieg dort schon voll und in Borkhorn müssten die Schüler dann reingezogen werden, um noch einen Platz zu finden, so Anneken.

Er wundere sich, wie mit Kindern umgegangen werde, kritisiert Schütte. Angesichts der Infektionsgefahren müsse Abstand in jeder Situation auch beim Transport wegen der weiter steigenden Zahlen oberstes Gebot sein.

Mehrkosten durch zusätzliche Kapazitäten dürften mit Blick auf die auf dem Spiel stehenden Folgen wie Schulschließungen auf keinen Fall eine Rolle spielen, betont Ehmen. Gerade in der aktuellen Situation mangele es nicht an Bussen und an Fahrern, denn der Reisebus-Verkehr sei weitgehend zum Erliegen gekommen. Da sei es doch ein Leichtes, zusätzliche Kapazitäten zu nutzen.

Es mache einfach keinen Sinn, dass in den Schulen alle Abstandsregeln streng eingehalten würden und sogar Unterricht mit Maske gegeben werde, aber vorher und hinterher beim Transport die Ansteckungsgefahren offensichtlich keine Rolle spielten, ärgert sich der Elternratsvorsitzende der Hauptschule.

Auch sie habe mehrfach in Schreiben an die beiden beteiligten Kreise Cloppenburg und Emsland die übervollen Busse kritisiert, reagiert Realschul-Rektorin Christiane Dehmel. Ein Problem sei nach Informationen sowohl von Eltern wie auch Schülern immer wieder, dass nicht alle Schüler wie vorgeschrieben eine Maske tragen. Das könne der Busfahrer nicht umsetzen, das müsse durch Kontrollen umgesetzt werden. Auch die Schulelternratsvorsitzende des Gymnasiums, Regina Sitterberg, sieht Verbesserungsbedarf. Angesichts der aktuellen Fallzahlen müsse „ein Fest der Viren“ in den Bussen unbedingt vermieden werden.

Die Kreisverwaltung habe bereits 14 „Verstärkerbusse“ auf elf Linien zusätzlich im Einsatz, erläutert Sprecher Frank Beumker. Auch die Maskenpflicht werde stichprobenartig kontrolliert. Die ersten Anzeigen seien bereits eingegangen und würden mit einem Bußgeld geahndet. „Es werden auch Strafen fällig, für Schüler, die an der Bushaltestelle keinen Mund-Nasen-Schutz tragen“, so Beumker. Die Reaktionen der Eltern sei unterschiedlich, für die einen gingen die Maßnahmen zu weit, andere forderten strenges Vorgehen.

 

Zum Foto: Elternbeschwerde: Über zu volle Schulbusse, in denen Kinder Stoff an Stoff stehen, ärgern sich die Schulelternratsvorsitzenden der Gutenbergschule und der Realschule. Die Beschwerden betreffen unter anderem die Linie von Wachtum nach Löningen (Foto). Aktuell ist die Situation angesichts mehrerer sich in Quarantäne befindlicher Jahrgänge nicht so schlimm wie sonst. Foto: Willi Siemer

 

Quelle: Münsterländische Tageszeitung vom 30.09.2020

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