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Ausfallstraßen erhalten einen „Radschutzstreifen“

Einstimmige Empfehlung im Ausschuss / 150000 Euro Kosten

150000 Euro will die Stadt im kommenden Jahr für neue Markierungen von „Radschutzstreifen“ an den Ausfallstraßen ausgeben.

von Willi Siemer


Einstimmig hat der Ausschuss für Wirtschaft, Bau Verkehr und Sport einen Antrag der Fraktion Grüne / Linke im Stadtrat für mehr Sicherheit auf den Radwegen an den Löninger Ausfallstraße und eine Sanierung der Markierungen gebilligt.

Zwar nicht formeller Teil der Beschlussvorlage, aber ebenfalls einmütiger Wille der Ratsmitglieder ist, dass für das Projekt die von der Verwaltung veranschlagten rund 150000 Euro Kosten im Haushalt für 2021 eingeplant werden.

Im September hatte die Fraktion beantragt, dass die durch Abnutzung kaum noch vorhandenen roten Radwegmarkierungen entlang der Böener, der Haselünner, der Bremer und der St.-Annen-Straße saniert werden. Zudem machen die Ratsmitglieder der Grünen und Linken darauf aufmerksam, dass die Gullis zum Teil um mehrere Zentimeter abgesackt sind. Dies müsse ebenfalls schnell behoben werden, weil diese Kanten und Unebenheiten beim Überfahren eine Gefahr für Leib und Leben durch mögliche Stürze darstellten.

Als fahrradfreundliche Kommune sollte Löningen diesem Anspruch auch gerecht werden und sichere Wege für Radler gewährleisten, damit mehr mit dem Rad und weniger mit dem Auto gefahren werde, ergänzt die Fraktion ihren Antrag.

Als Reaktion habe sich die Stadtverwaltung auf einem Ortstermin mit den Sicherheitsexperten der Polizeiinspektion und der Verkehrsbehörde des Kreises zur Beratung getroffen, erläuterte Tiefbau-Fachbereichsleiter Jens Flerlage in der Sitzung.

Die derzeitigen Markierungen, insbesondere die nicht ausreichende Breite, entsprächen nicht den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen, hätten die Experten festgestellt. Deshalb sei es nicht möglich,die vorhandenen Markierungen durch das Aufbringen von frischer roter Farbe zu sanieren, erläuterte Flerlage.

In Absprache mit den anderen Behörden plane die Verwaltung jetzt eine Kennzeichnung durch das Aufbringen von gestricheltem Schmalstrich (siehe Foto) und zusätzlichen Piktogrammen, die den Bereich als sogenannten „Radschutzstreifen“ ausweisen, erläuterte Flerlage.

Diese neuen, aus aufgebrachten „Kaltplastik“ bestehenden Markierungen kennzeichnen den Bereich für die Radfahrer auf einer Breite von 1,50 Metern, die Mindestbreite betrage nach Angaben der Verkehrsbehörde 1,25 Meter.

Die breitere Variante sei auf den Ausfallstraßen aber kein Problem, da sie als frühere Landes- oder sogar Bundesstraßen (Haselünner, St.-Annen- und Bremer Straße) ausreichend breit seien. Dieser Radschutzstreifen dürfe von Autofahrern befahren werden, wenn ausgeschlossen sei,dass die schwächeren Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet würden, so der Fachbereichsleiter.

Einer weiteren kostspieligen Empfehlung von Polizei und Kreis wird die Stadt wohl nicht folgen. Da durch das Entfernen der vorhandenen Kennzeichnungen sogenannte „Phantommarkierungen“ entstünden, wird vorgeschlagen, die Fahrbahndecken, die Nebenanlagen und die Bushaltestellen zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu erneuern. Dadurch könne eine optimale Verkehrssituation vor allem für die Schwächeren hergestellt und das optische Erscheinungsbild der Ortseinfahrten deutlich aufgewertet werden. Die Stadtverwaltung folgt in ihren Erläuterungen der Vorlage für die Sitzung als einfacheren und vor allem kostengünstigeren dem Vorschlag der konsultierten Fachfirma: „Die Phantommarkierungen waschen sich aus und sind nicht dauerhaft erkennbar“. Lob für den vorgeschlagenen Weg und für die schnelle Bearbeitung durch die Verwaltung kam vom stellvertretenden Bürgermeister Franz-Josef Kühne (UfL).


zum oberen Bild:
Einstimmig empfohlene Lösung: Entlang der Ausfallstraßen Richtung Böen, der Haselünner, St.-Annen- und Bremer Straße werden auf fast drei Kilometern Länge die „Radschutzstreifen“ mit einem sogenannten Schmalstrich und Fahrrad-Piktogrammen in einer Breite von 1,50 Metern neu gestaltet. Foto: Stadt Löningen.

zum zweiten Bild:
Marode: Die ehemals roten Markierungen des Radwegs sind kaum noch zu erkennen. Gullis an den Ausfallstraßen sind so stark abgesackt, dass sie für Radler gefährlich werden können. Foto: Siemer.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 12.11.2020.

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