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Störche ziehen ein munteres Trio groß

In Benstrup nistet nun wieder ein Paar

von Georg Meyer


Elternglück in Benstrup: Die Weißstörche haben Nachwuchs bekommen. Anfang Mai sind drei Küken aus ihren Eiern geschlüpft. Seitdem haben sich die Jungtiere gut entwickelt.

2019 hatte die Dorfgemeinschaft das Storchennest auf dem Hof der Familie Brunklaus aufgestellt. Dort veranstalteten die großen Vögel ihre Klapperkonzerte bis in die frühen 1960er Jahre regelmäßig auf dem Dach des alten Bauernhauses. Doch irgendwann seien sie nicht mehr gekommen, erinnert sich Franz-Josef Brunklaus. Sein Vater habe das Nest schließlich entfernt. Die Geschichte der Störche schien in Benstrup ein für alle Mal beendet zu sein.

Hoffnung keimte wieder auf, als der Landkreis rund 200 Hektar Grünland in der Raddeniederung extensiv bewirtschaften ließ. „Wiesenvögel finden jetzt bei uns wieder ausreichend Nahrung“, erklärt Gerd Hermeling, der sich am Aufbau des Nestes beteiligte.

Im ersten Jahr ließ sich noch kein Storch blicken. 2020 immerhin begutachtete ein Paar schon einmal die luftige Immobilie. Zum Brüten blieb es aber nicht. Im März war es dann endlich so weit. Ob es sich bei den Elterntieren um die Kurzbesucher aus dem Vorjahr handelt, wissen die Benstruper nicht. „Die sehen ja alle gleich aus“, findet Franz-Josef Brunklaus.

Das Storchennest zieht mittlerweile Zaungäste aus nah und fern an. Dagegen haben die Hofbesitzer prinzipiell auch nichts. „Einige fahren mit ihren Autos aber direkt auf unser Gelände“, wundert sich Verena Brunklaus. Kommen Besucher zu nah an das Nest heran, werden sie von den misstrauischen Vögeln keinen Moment lang aus dem Auge gelassen. „Sie beobachten genau, was um sie herum passiert“, erzählt Gerd Hermeling. Bei der Futterbeschaffung wechseln sich Vater und Mutter Adebar ab. „Einer von beiden bleibt immer bei den Jungen, um sie vor Greifvögeln zu beschützen.“

Nicht nur Hermeling, sondern auch die anderen Aktiven der Dorfgemeinschaft haben sich zu richtigen Storchenexperten entwickelt. „Bevor wir das Nest errichteten, wusste ich nicht sehr viel über die Tiere“, bekennt Verena Brunklaus. Die gebürtige Hamburgerin hat als Kind oft Urlaub im Alten Land gemacht, einer Gegend, in der Störche durchaus noch zum Ortsbild gehören.

Davon ist Benstrup weit entfernt. Und vielleicht sei es auch gar nicht gut, wenn zu viele Störche entlang der Radde auf Froschjagd gehen, überlegt Gerd Hermeling. Er denkt dabei an den Fund von fünf toten Jungstörchen Anfang Mai in Barßel. Sie wurden möglicherweise aus Futtermangel von ihren Eltern getötet.

Dies dürfte den Benstruper Jungspunden nicht passieren. Die Küken sind in wenigen Wochen kräftig gewachsen. Nicht mehr lange und sie tragen das gleiche schwarz-weiße Federkleid wie ihre Eltern. Dann dürfte es langsam eng im Nest werden. „Ich freue mich schon darauf, ihnen bei ihren Flugübungen zuzuschauen“, sagt Verena Brunklaus. Im August verlässt das Trio den heimischen Horst und zieht erstmals Richtung Süden. Die Eltern folgen wenig später.

Sobald das Nest leer ist, werden die Storchenfreunde nachschauen, wie es darin aussieht und wenn nötig auch ein wenig aufräumen. Verändern wollen sie aber nichts.

„Die Störche haben im Frühjahr fleißig daran gebaut und werden es auch weiter tun. Dafür brauchen sie uns nicht“, sagt Gerd Hermeling. Wenn es ihnen in Benstrup gefällt, ist die Chance groß, dass sie auch nach dem Winter den Weg zurück finden.

„Dafür müssen sie aber jetzt ihren Nachwuchs ungestört aufziehen dürfen“, mahnt Hermeling.


zum Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 08.06.2021.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 08.06.2021.

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